12 🎄 „Fairer Vergleich“
- 12. Dezember 2023
- Posted by: admin
- Category: Allgemein
Vergleiche zwischen Klassen hinsichtlich des Leistungsstands der Schülerinnen und Schüler werden oft als unfair wahrgenommen, da der erhobene Leistungsstand nicht nur von Lehrmaterial und didaktischer Aufbereitung des Unterrichts abhängt, sondern auch von der Schülerschaft selbst. Diese Kontextfaktoren haben erheblichen Einfluss auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler. In sogenannten Brennpunktschulen ist trotz qualitativ gutem Unterricht zu erwarten, dass der Gesamtleistungsstand der Schülerschaft schwächer ist als in Klassen aus überdurchschnittlich privilegierten Umfeldern. Aus diesem Grund ist es sinnvoller, die Ergebnisse einer Klasse einer Vergleichsgruppe gegenüberzustellen, die einen ähnlichen Kontext aufweist. Um dies zu ermöglichen, geben Lehrkräfte einige Angaben zur Zusammensetzung des sozialen Hintergrunds der Klasse an. Dazu können verschiedene Parameter herangezogen werden.
In Nordrhein-Westfalen wurde für einen „fairen Vergleich“ der VERA-Rückmeldungen ein Standorttypenkonzept entwickelt. Dabei werden Schulen auf Basis des Migrationsanteils der Schülerschaft und des Anteils von SGB-II-Empfängern im Schulumfeld einem von fünf Standorttypen zugeordnet. Zur Einordnung der Ergebnisse der Klasse erhalten die Schulen auf ihren Rückmeldungen auch den landesweiten Durchschnitt ihres Standorttyps.
Ein „fairer Vergleich“ kann aber auch mit anderen Parametern berechnet werden. In Berlin werden dazu der Anteil von Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher Herkunftssprache sowie der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen haben, einbezogen. Die Rückmeldungen bieten diesen „fairen Vergleich“ nur auf Ebene der Schule und nicht für die einzelnen Klassen.
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